Biologische Psychiatrie in der Medizin

Seit ca. 1970 gibt es den Begriff der biologischen Psychiatrie. Die Vertreter der biologischen Psychiatrie sind der festen Überzeugung, dass psychische Krankheiten / Störungen (wie z. B. Schizophrenie, Depressionen, Angststörungen, Zwänge, Essstörungen oder Suchterkrankungen) einen biologischen Ursprung haben. So forschen die Mitarbeiter im Bereich der biologischen Psychiatrie nach biochemischen, neuro-endokrinologischen, molekulargenetischen und pharmakologischen „Markern“. Ferner versuchen sie, die Psychopathologie auf der Basis eindeutiger Forschungs- und diagnostischer Kriterien allgemeinverbindlich und international vergleichbar zu klassifizieren. Heute wird hier international die in den USA entwickelte multiaxiale Klassifikation psychischer Störungen nach DSM IV der American Psychiatric Association (APA) auf den Erkenntnissen der biologischen Psychiatrie angewandt.

Im Jahre 1978 wurde die Deutsche Gesellschaft der Biologischen Psychiatrie gegründet und kämpft nun schon mehr als 30 Jahre darum, die biologischen Erkrankungen in der Psychiatrie mit einzubinden. Wichtigster Bestandteil in diesem Kampf war es, bildgebende Verfahren mit einzubeziehen, da man dadurch einen besseren Überblick über den Aufbau und die Funktionsweise des menschlichen Gehirns gewinnen kann. Die beste Möglichkeit, Veränderung im menschlichen Gehirn darzustellen, stellt die Ansicht mittels Computer- bzw. Kernspintomografie dar. Hierdurch erhofft man sich Aufschlüsse dahin gehend, wie eine psychische Erkrankung entstanden ist. Ebenso soll festgestellt werden, was der Auslöser dafür war und wie man diese Erkrankung bestmöglich behandeln kann. So ist heute beispielsweise eindeutig bewiesen, dass Veränderungen in den frontotemporalen Regionen des Gehirns zu einer schizophrenen Psychose führen.

Bis zu 35 Prozent aller über 85-Jährigen leiden an der Alzheimer-Erkrankung. Sie stellt die häufigste Ursache einer Demenz im höheren Lebensalter dar. Da der Anteil älterer Menschen an der Gesamtbevölkerung ständig wächst, wird die Zahl der an Alzheimer leidenden Patienten bis zum Jahr 2050 auf über 2,2 Millionen Menschen steigern, von denen der eine oder andere mit Sicherheit schon einmal online einen Vergleich des Kleinkredits vollzogen hat. Dies könnte vielleicht verhindert werden, wenn man Therapien findet, die die Ursache bekämpfen und nicht nur die Symptome.

Wichtig ist es auch, Risikogruppen rechzeitig erkennen zu können. Leider werden bei der Diagnostik psychischer Erkrankungen bildgebende Verfahren nur sehr selten angewendet. Dies ist ein Grund, weshalb die biologische Psychiatrie auf der Suche nach anderen Diagnosemöglichkeiten ist. Hierbei kommen zum Beispiel genetische Untersuchungen in Frage, die jedoch sehr teuer sind und dadurch nur sehr selten in Betracht gezogen werden können. Setzt man diese Untersuchungsmethode jedoch ein, können bestimmte vorhandene Gene Aufschluss darüber geben, wie hoch das Risiko ist, später einmal an einer psychischen Erkrankung zu leiden. Somit könnten frühzeitig mögliche Therapieformen gefunden und angewandt werden, um einen Ausbruch zu verhindern oder abzumildern.

Auch wenn die biologische Psychiatrie von anderen Medizinern durchaus belächelt wird, hat sie bei der Behandlung von Depressionen einige Erfolge vorzuweisen. In den letzten Jahren wurden hierfür zwei neue Therapiemöglichkeiten entwickelt. Hierbei handelt es sich um die elektrische Reizung des Vagus-Nervs und die transkranielle Magnetstimulation. Ärzte bekämpfen Depressionen, unter denen zwischen 5 und 10 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal in ihrem Leben leiden, meist mit Serotonin-Wiederaufnahmehemmern. Jedoch sprechen rund zwanzig Prozent der Betroffenen nicht auf die verfügbaren Medikamente an. Hier setzt die biologische Psychiatrie auf die beiden eben genannten Therapiemöglichkeiten, die jedoch leider noch in den Kinderschuhen stecken. Niemand kann sagen, wie lange der depressionslindernde Effekt anhält oder warum die Therapien überhaupt wirken.

Und obwohl es viele neue Erkenntnisse über die körperlichen Ursachen für Depressionen gibt, sind sich auch „biologisch“ orientierte Forscher bewusst, dass Magnetfelder und Medikamente allein nicht ausreichen, um eine seelische Erkrankung dauerhaft heilen zu können.