Biologische Psychiatrie

Die moderne biologische Psychiatrie

Zum ersten Mal wurde der Begriff „Psychiatrie“ im Jahre 1808 genannt, geprägt wurde der Name von dem in Halle geborenen und dort lebenden Arzt Johann Christian Reil. Der Name setzt sich eigentlich aus der griechischen „Psyche“ und „iatrós“ zusammen und kann mit Seelenheilkunde übersetzt werden. Im Laufe der Geschichte wurden in der Psychiatrie viele Wege gegangen, es vollzogen sich unzählige Wandlungen. So konnten schon viele Strömungen auf diesem Gebiet beobachtet werden, die sich heute vermehrt im Bereich der Neurowissenschaft angesiedelt haben. In früheren Zeiten wollte man alles verstehen und erklären können.

Die biologische Psychiatrie dagegen ist auf der Suche nach den Auslösern der psychischen Erkrankungen in den Funktionen des Hirns der Patienten. Dabei sollen bildgebende Verfahren helfen, die Erkrankungen der Hirnfunktionen zu finden. Es sollen die Gehirnbereiche gefunden werden, die für die fehlerhaften Funktionen, wie beispielsweise für Ängste und Schizophrenie verantwortlich sind.

Beim 8. Weltkongress für biologische Psychiatrie, der in Wien stattfand, waren die Schwerpunktthemen Schizophrenie, Angststörungen, Depressionen, Suchterkrankungen und zwanghafte Störungen. Mit dieser Art der Psychiatrie sollen vor allen Dingen die biologischen Ursachen für die Erkrankungen festgestellt werden können, aus diesem Grund wird hier auch von der biologischen Psychiatrie gesprochen. In der heutigen Medizin ist es vor allem den modernen bildgebenden Verfahren zu verdanken, dass man die Prozesse im Hirn sichtbar machen kann. Selbst die kleinsten physiologischen Prozesse können dabei gesehen werden.

Viele Erkrankungen der Psyche sind auf eine Über- oder genauso Unterfunktion in den unterschiedlichen Arealen des Hirns zurück zu führen. In welchem Maße die ablaufenden Prozesse im Gehirn von der Normalität abweichen, kann heute schon mit moderner Technologie festgestellt werden. Dazu zählen unter anderem die Magnetresonanztomografie oder die Computertomografie, die viele Bereiche sichtbar machen können. Mit diesen Techniken kann ebenfalls kontrolliert werden, wie spezielle Medikamente an welchen Stellen im Gehirn wirken. Dadurch wird die Entwicklung von neuen Medikamenten um ein Vielfaches erleichtert.

Zulassung für neue Medikamente

Beim Weltkongress für biologische Psychiatrie ist immer wieder die Rede von neu entwickelten Medikamenten, die kurz vor der Zulassung stehen. Zu verdanken ist dies der modernen Technik, die die Wirksamkeit der Medikamente kontrollieren kann. Ebenfalls ist die Nachfrage nach neuen Medikamenten enorm groß, so dass die Kosten für die Entwicklung gerechtfertigt sind. Nach einer Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation stehen die Depressionen schon bald an zweiter Stelle der häufigsten Erkrankungen. Den ersten Platz nehmen weiterhin die Herz-Kreislauf-Erkrankungen ein.

Laut den Experten werden allerdings noch einige Bereiche von psychischen Erkrankungen vernachlässigt. So wird zum Beispiel noch viel zu wenig in die Entwicklung von neuen Medikamenten in Bezug auf die Drogenerkrankungen investiert. So stehen heute etwa 40 Medikamente zur Behandlung von Depressionen zur Verfügung, die vielen Untersuchungen unterzogen wurden. Das völlige Gegenteil ist bei der Drogenerkrankung zu sehen: Hier sind es gerade einmal zwei bis drei Medikamente, die zur Behandlung dieser Erkrankungen zur Verfügung stehen. Außerdem wurden die Medikamente nur sehr schlecht untersucht.

Dieses Defizit müsste ausgeglichen werden und nicht die Kranken, denn Suchtkranke leiden genauso, in eine Randgruppe geschoben werden, so die Meinung von vielen namhaften Experten für biologische Psychiatrie. Nicht nur die Pharmaindustrie ist hier gefragt, vielmehr müssten sich Einrichtungen für Psychiatrie verstärkt um diese Randgruppe bemühen. So sollte das Gebiet der Drogenerkrankungen tiefgreifender erforscht werden, als es bisher der Fall war. Des Weiteren sollte die Entwicklung neuer Medikamente hier verstärkt voran getrieben werden.

Heutzutage sind immer mehr Menschen von psychischen Krankheiten betroffen, ständig wächst die Zahl der Patienten. Nur mit der richtigen Diagnose kann eine Behandlung mit Erfolg durchgeführt werden. Aber auch die Einstellung der Medikamente spielt hier eine große Rolle. Die biologische Psychiatrie wird immer weiter entwickelt, vielen Betroffenen konnte bereits geholfen werden und in Zukunft wird sich das Ganze noch weiter ausbauen lassen.

Wiesbaden – Krankheiten verursachen in Deutschland jedes Jahr Kosten in dreistelliger Milliardenhöhe. Wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte, stiegen die Gesundheitsausgaben für medizinische Heilbehandlungen und für Präventions-, Rehabilitations- oder Pflegemaßnahmen von 2002 bis 2006 um knapp 8 Prozent auf 236 Milliarden Euro.

Am größten war der Anstieg mit 14 Prozent auf 26,7 Milliarden Euro bei den Krankheitskosten von psychischen und Verhaltensstörungen. Sie zählen laut Bundesamt zu den besonders teuren Erkrankungen: Ihr Anteil an den Gesamtkosten des Jahres 2006 lag bei 11,3 Prozent. Noch kostenintensiver waren nur noch Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit 35,2 Milliarden Euro (14,9 Prozent) und Krankheiten des Verdauungssystems einschließlich Zahnbehandlungen und Zahnersatz mit 32,7 Milliarden Euro (13,8 Prozent)

Psychische Erkrankungen und Verhaltensstörungen zählen mittlerweile außerdem zu den teuersten Krankheiten. 2006 lag ihr Anteil an den Gesamtkosten laut statistischem Bundesamt bei 11,3 Prozent. Darüber lagen nur noch Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Darmkrankheiten und Zahnbehandlungen. Betroffene von psychischen Anomalien haben die Möglichkeit die teuren Behandlungen über einen Kredit zu finanzieren. Eine nützliche Übersicht deutscher Kreditanbieter hat z.B. die Webseite kreditklick.com zusammengestellt. Für weitere Informationen klicken Sie hier.

Bild: © Jens Goetzke – www.pixelio.de

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