Einfluss psychischer Erkrankungen auf die Partnerschaft
Kaum ein medizinischer Fachbereich ist für die Menschen so wenig greifbar wie die Psychiatrie. Dies mag zum Einen daran liegen, dass man sich mit seinen eigenen Ängsten vor psychischen Erkrankungen konfrontiert sieht, wenn man sich mit der Thematik näher befasst, andererseits liegt dies auch sicher darin begründet, dass man doch oftmals hilflos einer psychischen Krankheit gegenüber steht, da man sie eben nicht wie einen Tumor wegoperieren kann.
Schließlich leiden Betroffene trotz guter medizinischer Versorgung oft ein Leben lang unter bestimmten Erscheinungsformen ihrer Krankheit oder benötigen permanente Medikationen, um die Symptome zu unterdrücken. Deshalb ist es oftmals der einfachere Weg, sich nicht mit der Thematik auseinander zu setzen, zumal die Ursachen psychischer Störungen noch nicht ausreichend erforscht sind und damit quasi jeder davon betroffen werden kann.
Trotz intensiver Erklärungsversuche können die hintergründigen Ursachen psychiatrischer Erkrankungen nicht klar definiert werden. Es handelt sich allenfalls um Forschungsansätze, wie beispielsweise die biologische Psychiatrie sie vornimmt. Dabei geht sie von der Prämisse aus, dass psychische Krankheiten immer eine biologische Ursache haben. Als einziger Erklärungsansatz konnte sich diese Theorie jedoch bislang nicht durchsetzen.
Von psychischen Erkrankungen Betroffene und ihre Angehörigen
Manche Menschen können sich nicht hinter der Verdrängungstaktik verstecken, sondern kommen direkt in Kontakt mit dem Thema Psychiatrie. Sei es, dass sie selbst an einer solchen Krankheit leiden oder aber weil sie die Erkrankung bei ihrem Angehörigen oder ihrem Partner miterleben. Und gerade den sozialen Kontakten kommt bei einer psychischen Erkrankung eine enorme Bedeutung zu. Um dies zu erklären, muss man sich darüber im Klaren sein, dass ein psychiatrisches Krankheitsbild sich nicht von heute auf morgen entwickelt, sondern in einem schleichenden Prozess entsteht, den der Betroffene selbst kaum wahrnehmen beziehungsweise gut überspielen kann. Gerade an dieser Stelle gewinnen Kontakte zu anderen Menschen enorm an Bedeutung.
Ein Partner, der das Leben mit jemandem teilt, nimmt in der Regel auch kleinste Veränderungen wahr, selbst wenn er sich am Anfang zunächst über diese wundert. Zu Beginn ist dies sicherlich auch kein Problem, da nicht hinter jeder kleinen Auffälligkeit gleich ein psychiatrisches Krankheitsbild steckt. Nehmen die Veränderungen jedoch zu oder bleiben sie über einen längeren Zeitraum bestehen und geben sie dem Partner Anlass zur Sorge, so sollte dieser sich nicht scheuen Kontakt zu einem Mediziner des Vertrauens aufzunehmen und die Problematik zu schildern.
Ein Arztbesuch wird nicht zu verhindern sein, eventuell ist ebenfalls eine stationäre Aufnahme in einer Klinik von Nöten – beides Wege, bei denen ein Partner enge Kontakte zu seinem Lieben halten und ihn dabei begleiten sollte. Doch auch bei bester Medizinversorgung können eventuell ein lebenslanger Kontakt zur Psychiatrie und sogar eine komplette Umstellung der Lebensführung erforderlich sein. Nicht selten zerbrechen Partnerschaften an dieser Belastung, andererseits kann eine Beziehung an einer solchen Bürde genauso gefestigt werden.
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